Humanistischer Infodienst

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(und vereinzelte Kommentare dazu. Die Namen wurden anonymisiert.)
 


zur Ausgabe November 2003 - Religions-Täter? (zur Rede von Martin Hohmann)


Lieber Herr Kuhr!

Wie kommt es, dass ich Ihren E-Brief erhalten habe? - Ich bin dankbar dafuer, und mochte Sie wissen lassen, dass ich Ihren Ausfuehrungen zum Fall Hohmann, und ueber das Verhaeltnis der Religionen zur Politik voll und ganz zustimme.

Der Begriff Antisemitismus ist ist falsch, weil er das rassische oder genetische impliziert, wahrend eine Antipathie gegen die juedische Kultur oder Religion gemeint ist. Neue Untersuchunngen bestaetigen, dass die Palestinenzer und Juden sich genetisch kaum unterscheiden lassen. (http://rense.com/general48/Palestinians.pdf ). Antisemiten im wahren Sinne des Wortes waeren also die Juden weil sie gegen die Palestinenzer sind. Man nimmt aber an, dass sie nicht gegen sich selbst sind und daher ist der Begriff Antisemitismus irrefuehrend.

Anbei ist ein Entwurf von einem Aufruf, an einer interdisziplinaeren Konferenz im Oktober in Toronto teilzunehmen. Vielleicht koennen Sie und Bekannte in Ihrem Kreis dazu beisteuern. Die Rolle der Religion und der religieusen Institutionen in der Politik ist ein wesentliches Thema der Konferenz.

Regards,

Helmut Burkhardt
Adjunct Professor of Physics
Ryerson University
Toronto ON Canada

25.01.04


Lieber Herr Kuhr,

recht haben Sie mit Ihren Ausführungen. Nur wenn Sie schreiben "Kein vernünftiger Mensch kann gegen ein ganzes Volk sein", sollten Sie bedenken, wie viele Menschen noch "vernünftig" zu denken im Stande sind, wozu Verstand, Herz und Wissen gehört. Die Mehrheit der anderen, die nicht mehr dazu im Stande sind, ist das eigentliche Problem.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Johann Georg Schnitzer - www.doc-schnitzer.de

29.11.03


Sehr geehrter Herr Kuhr,

ich danke Ihnen sehr für die mail und die vielen Zitate, die ich zum Teil nicht kannte. Das alte >Spiel<: Auf der einen Seite segneten die Priester, sich auf Gott berufend, die deutschen Waffen, auf der anderen Seite, sich auf Gott berufend, die französischen.

LG

Prof. Gerhard Streminger, Autor von 'Gottes Güte und die Übel der Welt .... ' - www.streminger.at

26.11.03 (AT)


Sehr geehrter Rudolf Kuhr,

Herzlichen Dank für Ihren Informationsdienst. Es erscheint mir immer wieder richtig, was Sie schreiben.

Falls Sie möchten, könnten wir auf unseren Internetseiten einen Link zu Ihrem Humanistischen Informationsdienst
einrichten. Wir möchten ab Januar auf unseren Seiten regelmäßige und aktuelle Informationen anbieten.
Da wäre uns Ihr Dienst ganz recht. Sind Sie damit einverstanden?
...

Herzliche Grüße und einen freundlichen Tag

Hugo-Bert Eichmüller - www.elementarkreise.de

26.11.03


Sehr geehrter Herr Kuhr,

haben Sie vielen Dank für Ihre Mail. Sie hat mich veranlasst, die Rede von Herrn Homann mal ganz zu lesen. Da erscheint alles unter einem ganz anderen Licht. Die Täter/Opfer- Zuweisung vergleiche ich mit dem Ein- und Ausatmen.

Keiner kann nur Ausatmen oder nur Einatmen, und keiner kommt auf die Idee, jemanden als "Einatmer" zu beschimpfen oder etwa zu meinen, ausatmen sei schlechter als einatmen -z.B. weil man dann CO2 ausstößt, das den Treibhauseffekt schürt.

Mit freundlichen Gruessen

Michael Rückert

26.11.03


Lieber Herr Kuhr,

wegen allzuviel Arbeit am aktuellen Heft des "Gesprächs" komme ich erst jetzt dazu, Ihren Kommentar zum anstößigen Hohmann-Rummel zu lesen.

Gratuliere, sehr gut gesprochen! Ihre Gedanken, auch die trefflichen Zitate würden ganz gut zum Thema unseres nächsten Heftes passen: " Rückkehr der Feindseligkeit. Ist Unfrieden unsere Zukunft?". Aber bis 10. Februar 2004 (Redaktionsschluß) ist noch lange hin, und wer weiß, welche Tierchen dann durchs Dorf getrieben werden...

Auf jeden Fall herzlichen Dank für Ihre elektronische Benachrichtigung und

beste Grüße,

Ihr Günter Geschke

25.11.03


Sehr geehrter Herr Kuhr,

diese e-mail ist einmalig gut !!! Vielen Dank mit voller Zustimmung !

Hussam Chaban

23.11.03


Sehr geehrter Herr Kuhr,

dankbar bin ich Ihnen für diese Email, die ich erst heute morgen gelesen habe. Gut, diesen Tag so zu beginnen.

Unsere abendländische Religion rührt mehr an Schuldgefühle als an die Vernunft. Auf perfide Weise erhalten die Mächtigen uns Ihren Gott, weil auch er, sie uns erhält. Ein gesellschaftlicher Fortschritt, der nur ein technischer aber keiner der Vernunft ist, der verkennt und unterdrückt unsere Kraft, die nach Wahrheit sucht.

Lassen Sie mich wieder etwas von sich hören bzw. lesen?

Gruß, Thomas Bauer
thomasbauer (at) buendnis-zukunft.de
www.buendnis-zukunft.de

PS.

Von Sonn´ und Welten weiß ich nichts zu sagen,
Ich seh nur wie sich die Menschen plagen.
Der kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag,
Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag.
Ein wenig besser würd er leben,
Hättst du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben;
Er nennt´s Vernunft und braucht´s allein,
Nur tierischer als jedes Tier zu sein.

("Mephistopheles zum Herrn" aus Goethe, Faust I.Teil)

23.11.03


Lieber Rudolf,

... ich gebe Dir in der Quintessenz völlig recht, was die zwanghafte Gottbezogenheit anbelangt. Auch ich bin aus ähnlichen Gründen aus der Kirche ausgetreten und werde aus diesem Grund wohl nicht mehr beitreten.

Was aber Michael Hohmann und dessen Einschätzung anbelangt - ich habe mir die vollständige Rede durchgelesen (kannte bislang die Auszüge) - so verweist ja auch Angela Merkel darauf, dass er wohl weniger ein Antisemit, sondern ein fundamentalistischer Christ sei. Freilich kommt aus seiner Rede sehr wohl auch die leider sehr häufige insbesondere bei Konservativen weit verbreitete verquere völkische Betrachtung der Welt zu tragen:

So als ob russische, deutsche, österreichische oder bayrische Revolution ein Problem von Juden und Nichtjuden wäre. Z.B. haben ja Trotzki, Sinowjew und Kamenjew diese ganzen aufgezählten Greueltaten gar nicht begangen oder initiiert. Es war der Nichtjude Stalin. Hohmann sagt zwar auch nicht, dass deshalb die Juden deshalb seinerseits tatsächlich ein "Tätervolk" wären. Aber er vergleicht ständig zwischen dem Umgang mit Juden und dem Umgang mit Deutschen und er sagt, dass die Deutschen bis heute immer so ungerecht behandelt werden relativ zu den Juden. Und da denke ich sehr wohl, dass Hohmann auch eine sehr angreifbare Haltung an den Tag legt und eine Distanzierung zweifelsfrei gerechtfertigt ist, denn die Greueltaten, die zwischen und während der Weltkriege geschehen sind, sind Greueltaten von Menschen (leider waren es auf verschiedenen Seiten sehr viele) und da gab es welche, die zufällig auch Juden waren, so wie genauso Christen, Atheisten, Moslems oder Deutsche, Russen und viele andere Völker dabei waren und die Greueltaten waren in der Tat nicht nur von Deutschen begangen und in der Tat nicht nur gegen Juden (wie wurden nicht z.B. die Kommunisten von den Nazis und von Stalin selbst verfolgt, siehe z.B. das Schicksal von Sinowjew und Kamenjew während der Moskauer Prozesse oder Schicksal Trotzkis in Mexiko oder die vielen Sonderbehandlungen in den KZs - das waren nicht nur Juden (wenn auch die Mehrheit), sondern auch etliche andere Gruppen (Kommunisten, Sintis und Romas, Behinderte, überhaupt Andersdenkende, etc.).

Was leider auch Hohmann nicht anspricht, ist eine Tatsache, die sozusagen den Nährboden dieser von Dir angesprochenen Empfindlichkeit ausmacht: Wenn heute bei uns in Deutschland ein Jude wegen einer Verfehlung angegriffen wird, so erfährt er in der Tat nicht dieselbe Behandlung wie andere, denn immer heißt es: Ihr behandelt mich nur so, weil ich ein Jude bin. So können sich bei uns häufig Juden in der Tat mehr erlauben wie andere. Auch die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die in Israel begangen werden, dürfen ja bei uns nicht angegriffen werden, weil dies sofort als Antisemitismus ausgelegt wird. Ich bin der Meinung, dass Juden in keinster Weise eine Sonderbehandlung bekommen sollten und für das, was sie tun, ebenso zur Verantwortung zu ziehen sind, wie alle anderen Menschen in dieser Welt bzw. in unserem Land.

...

Viele Grüße,

Harald Zimmerhackel-Monien

22.11.03


Sehr geehrter Herr Kuhr,

vielen Dank für Ihre interessanten Kommentierungen auch wir haben hier - in der DFG-VK Gruppe ähnlich drüber diskutiert. Das erschreckende an dieser Kampagne gegen den Hohmann war ja für mich, daß kein Mensch in den Medien und Redaktionen in der Lage oder Willens ist, die Rede genau zu lesen. Nach den in der Süddt. Zeitung dokumentierten Auszügen kam er zu dem Schluß: ... "Daher sind weder die Deutschen noch die Juden ein Tätervolk. ...Die Gottlosen, mit ihren gottlosen Ideologien, sie waren das Tätervolk des letzten, blutigen Jahrhunderts." Das ist ja nun wohl eine Aussage, die man von einem konservativen Christen wohl erwarten darf und die Union müßte sich damit solidarisch erklären.
Diese Aussage ist nicht antisemitisch, sondern einfach falsch und unsinnig - wie Ihre Zitate anschaulich machen. Aber wegen unsinniger aussagen ist noch nie ein Mensch aus einer Partei ausgeschlossen worden.

mit freundlichen Grüßen

Thomas Rödl (DFG-VK München)

20.11.03


Herr Kuhr,

meine völlige Zustimmung zu Ihrem Humanistischen Aktions-Text zum missbräuchlichen Religionsverständnis und dem von Gott als fremdbestimmendem übernatürlichen Wesen der Ignoranz, d. h. des Nicht-Wissens. Demgegenüber- ausser Goethe und Schiller - hebt sich ab die ganze Lebensweisheit eines Immanel Kant, der dem Nicht-Wissen das tatsächliche Wissen um einen in jedem Menschen auffindbaren und zum nachweisbaren Wissen gehörenden eigenbestimmenden Gott gegenüberstellt, nämlich das Wissen der gegebenen und nachweisbaren Tatsache der in jedem Menschen durch die Religion mehr od. weniger entwickelbaren und zu fördernden Eigen-Moral.

Und wenn das bisher die Altreligionen nicht taten, dann weil sie nicht R-e-l-i-g-i-o-n sein wollen, sondern bis heute noch nur untereinander auch noch konkurrierend-widersprüchliche, die Menschheit trennende statt ligierende (re-ligare = Religion) leere Kulte anbieten (indoktrinieren), sowie nur Kultideologien und Verehrungszeremonien ("Afterdienst"). Damals wurde Kant deswegen vom König zurecht gewiesen - heute tut das die Humanistische Union, die Deklaration der Menschenrechte oder meine Kosmosofie als Synthese von Philosophie-Theologie des kommunzierenden Menschheits-Zeitalters der Einheit, Einigkeit und Verbundenheit Aller.

Beste Grüsse,

Kurt Bantelmann-Bert Tellan - www.cosmosofy.org - kurtbantemann (at) aol.com

20.11.03


Hallo,

ich möchte das Gesagte gern unterstützen und füge dem hinzu: Unsinnig ist nicht nur die Ablehnung eines Volkes wegen bestimmter ideologischer oder sonstiger "Kriterien". Der Unsinn beginnt überhaupt bei der Verknüpfung z.B. politischer Institutionen mit aus anderen Bereichen entliehenen Charakteristika: "Christliches Europa", "islamischer Staat", "atheistischer Staat" (wie die DDR im Westen geheißen wurde). Solche Konjunktionen ermöglichen Akzentverschiebungen, mit denen politisches Schindluder getrieben werden kann.

Dr. Hans-Günter Eschke

20.11.03


Ein guter Artikel. Wenn er nicht schon auf Deiner Homepage ist, würde ich ihn gern bei mir unterbringen (atheismus.ch), wenn ich darf?

Du hast völlig recht, man darf nicht ein Volk (oder eine Rasse) pauschal zum Opfer oder Täter klassifizieren, sondern nur die Untermenge der tatsächlich Beteiligten. Es macht einen sehr grossen Unterschied, ob ein Deutscher Hitler unterstützt oder abgelehnt hat, oder ob er gar nach dem Krieg geboren wurde und somit gar nicht zu verantworten ist.

> Die Hohmann-Rede: www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID2535644,00.html

Hmm, ausser seinem komischen antibolschwistischen Gerede, das aus dem kalten Krieg stammen könnte (die zitierte Literatur wurde ja auch in dem Umfeld geschrieben), hat er ja recht. Die Deutschen sollten aufhören, sich in übertriebener Selbstbeschuldigung zu suhlen. Die aktuelle Generation der nach 1945 geborenen ist gänzlich unschuldig an den Nazi Verbrechen. Diese jungen Deutschen haben mit Nazideutschland sowenig am Hut, wie wir Schweizer, die Franzosen, die Chinesen oder die Eskimos. Sie tragen keinerlei Verantwortung, noch Verpflichtung, auch keine moralische. Deutschland sollte endlich mit seiner Geschichte abschliessen und aus den vergangenen Fehlern lernen. Dort, wo man heute noch an den direkt Betroffenen etwas wiedergutmachen kann, soll man es tun, alle anderen Formen von Bussgängen sind zu unterlassen.

Wenn man "die Juden" schon als "Tätervolk" klassifizieren will, dann doch bitte aufgrund des schändlichen Verhaltens der Israelischen Regierung gegenüber den Palästinensern, und nicht aufgrund von abwegigen kommunistischen Weltverschwörungstheorien. Aber leider haben die Deutschen (und auch anderen Eropäer) wegen ihres historischen Komplexes nicht den Mut, den Staat Israel für seine Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen (wobei, ganz nebenbei, die Art und Weise der Gründung des Staates Isreael an sich schon ein Verbrechen war, womit sich Europa von seiner "kollektiven Schuld" an der Judenverfolgung freikaufen wollte).

Es ist lustig , dass Hohmann zwar als Antisemit beschimpft wird, aber nicht als Antifranzose. (Er spricht von den Verbrechen der französischen Revolution. Aber es wird nicht wahrgenommen! Die Franzosen darf man kritisieren, nur die Juden nicht. Für jemanden wie mich, der nach dem zweiten Weltkrieg geboren wurde, und der nichts Grundsätzliches gegen die Juden hat, ist es unverständlich, dass man den Staat Israel nicht hart kritisieren können sollte. Dies spiegelt die typische europäische selektive Wahrnehmung wieder.)

Gruss

Marc - www.atheismus.ch

18.11.03 (CH)


Hallo Rudolf,

Glückwunsch zu Deiner Rundmail. Deine Bemerkung zum Begriff  "Antisemitismus", enthält viel Wahres!
So habe ich das bisher noch nicht betrachtet. Für die dabei entstandenen Denkimpulse bedanke ich mich!
Ich verschicke die Mail an Gleichgesinnte in Luxemburg, wenn du nichts dagegen hast.

Freundliche Grüsse,

David

17.11.03 (LU)


zur Ausgabe September 2003 - Epochaler Erfolg mit zweifelhafter Mehrheit - Nachruf auf den Urnengang in Bayern


Hallo Rudolf - die Loesung des Problems waere einfach, man muss nur eine Wahlpflicht wie in Oesterreich einfuehren. Allerdings ist auch in Oesterrecih die Wahlbeteiligung nur unwesentlich hoeher (da die Wahlpflicht nicht entsprechend sanktioniert ist). Ausserdem denke ich dass Nichtwaehlen kein Ausdruck von verweigerung ist - die Leute sind entweder zu faul oder mit dem bestehenden System zufrieden. Ich wuerde ausserdem wetten dass sich die Verteilung der Waehlerstimmen der Nichtwaehler ziemlich genau mit denen der Waehler decken wuerde.

Wenn mann arguendo annimmt dass Du recht hast, was wuerde dies dann aendern? Sollen wir im Parlament dann 42.7% der Plaetze unbesetzt lassen? Ich denke jeder Politiker ist sich des Problems der Nichtwaehler bewusst und wuerde sich eine hohe Wahlbeteilung wuenschen.

Leo R.

29.10.03


Die Wahlen dürftern darüberhinaus gefälscht sein wie in Dachau - ein Kriegstreiber
wie Stoiber bekommt doch keine Zweidrittelmehrheit.

Ist er Illuminat wie Strauß?

Ihnen herzlichden Dank für Ihr Nachfassen!

Dr. W.

14.10.03


Genau deswegen existiert hier in Australien eine gesetzliche Obligation fuer registrierte Australier an Wahlen teilzunehmen. Man muss sich auf der Liste seinen Namen abhaken lassen, einen Stimmzettel annehmen und in die Tonne stecken, also man muss die Formalitaeten erfuellen, obwohl es freisteht "ungueltig" zu stimmen. Wenn keine Beteiligung registriert wird, muss man einen guten Grund angeben, warum man nicht einen Zettel abgegeben hat. (Es gibt genug Gelegenheiten mit Post, vor dem Wahltag und auf andere Weise, wie Hospital oder andere mobile Stimmlokale zu benutzen.) Wenn mans nicht tut, kostet es $ 40-00.

Gruss, Gerhard Weissmann, Adelaide, Sued Australien.

11.10.03


Lieber Herr Kuhr,

das ist sicherlich eine interessante Zahlenspielerei. Aber: das ist der Grund, dass wir doch alle zur Wahl gehen sollten, auch wenn uns die Entscheidung nicht immer leicht fällt. Warum überlassen viele ihre Entscheidung anderen? Es gibt noch so viele Länder, die uns um unsere Freiheit und Wahlmöglichkeiten beneiden. Da werde ich doch nicht, der Politikverdrossenheit und Bequemlichkeit Nachschub verleihen, in dem ich diese Nichtwähler in die Berechnung einbeziehe. Im Gegenteil, man sollte diese träge Masse mobilisieren, dass sie auch eine Verantwortung und Pflicht haben, das freiheitliche System zu unterstützen und mitzugestalten.

Beste Grüße
Christine H. 26.09.03

Liebe Frau H.,

danke für Ihre Rückmeldung. Da stimme ich Ihnen voll zu, wenn Sie sagen, daß man diese träge Masse mobilisieren sollte, dass sie auch eine Verantwortung und Pflicht haben, das freiheitliche System zu unterstützen und mitzugestalten. Genau dies ist letztlich mein Bemühen.

Sie haben völlig recht, es gibt genügend, die uns um unsere bisher nie dagewesenen Möglichkeiten beneiden können.

Wenn Sie meinen, daß ich mit der Einbeziehung der Nichtwähler deren Bequemlichkeit unterstützen will, dann habe ich mich vielleicht nicht deutlich genug gemacht. Mir geht es vor allem um verantwortliche Menschlichkeit als Grundlage für eine funktionierende Demokratie und deshalb um ganzheitliches Denken und Handeln. Es wird allgemein zu wenig in Zusammenhängen gefühlt und gedacht.

Je autoritätsgläubiger die träge Masse ist, um so wichtiger ist die Vorbildfunktion der Autoritäten. An diese wende ich mich hier mit meiner "Zahlenspielerei". (Ergänzung: rund 100 000 Wähler weniger für die CSU)

Die verantwortlichen Politiker möchte ich auf ihren Realitätsverlust hinweisen, wenn sie ihren Wahlsieg feiern, ohne zu erkennen, oder aber es verdrängen, daß sie in ihrer einseitigen Betrachtungs- und Wertungsweise im Grunde sich selbst und die Bürger täuschen. So wie ein unfähiger Kaufmann sich täuscht, wenn er nur auf seinen Umsatz und nicht auf seine Kosten und Schulden schaut.

Wir haben in unserer Gesellschaft den Trend, alles am sichtbaren Erfolg zu orientieren. Immer höher, schneller, weiter. Da bleibt die weniger sichtbare Verantwortung für das Ganze oft außen vor. So kommt es, daß unser demokratisches System zum Selbstbedienungsladen für skrupellose Egoisten verkommt, bis die träge Masse wieder nach einem starken Mann ruft. Demokratie lebt von der Demokratiefähigkeit ihrer Bürger. Hier fehlt es an Bildung, an Vorbildern und an Menschenbildung, hier leben wir in unserer beneidenswerten Freiheit von der Substanz.

Sie schrieben sehr richtig, von Verantwortung und Pflicht, das freiheitliche System zu unterstützen und mitzugestalten.

Welche Voraussetzungen braucht es bei einem Bürger, um die Pflicht und Mitverantwortung zu spüren, zumindest am Wahltag ein Kreuzl zu machen?

Ich mache mir seit einiger Zeit Gedanken zu einem konkreten Menschenbild als Ergänzung zum Weltbild. Ich lade Sie ein zum Mitdenken und würde mich über Ihre Mitgestaltung freuen.

Mit besten Güßen

Rudolf Kuhr 07.10.03


Hallo Rudolf!

Ja, das stimmt schon, aber die Nichtwähler bleiben halt mal außen vor. Und wer hat schon ein echtes Interesse an einer Erneuerung der Demokratie? Ich glaube, es liegt vieles im Argen bezüglich der Ethik in unserer Gesellschaft. Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit, Disziplin, oft genug auch Ehrgeiz (!!!!) werden mit Menschlichkeit verwechselt, die sie geradezu verhindern. Kompetitives Verhalten genießt auch dort noch Ansehen, wo Kooperation angesagt wäre.

Liebe Grüße
Greta

25.09.03


sehr geehrter, lieber herr rudolf kuhr,

sie sprechen mir aus dem herzen! auch wenn ich zu einer absoluten minderheit in diesem bayerischen lande gehöre und meine stimme einer partei gegeben habe, so ist die mißachtung der nicht-wähler unerhört. denn auch dies ist ein votum für den zustand der gesamten partei-politik im lande. könnte man nicht mal an dieser stelle das verfassungsgericht angehen?

man ist ja auch bei unserer demokratischen verfassung immer davon ausgegangen, kinder wird es immer geben um die alten zu ernähren. das war wahrscheinlich genauso ein trugschluß wie die annahme, alle menschen gehen zur wahl, wenn sie dürfen und können. ist es nicht system imanent, dass eine demokratie sich den neuen gegebenheiten anpaßt und dahingehend ihre gesetze zu verändern mag?

in diesem sinne - mit besten grüßen - ariena g.

24.09.03


zur Ausgabe Februar 2003 - Ist die Wahrheit erstes Opfer?


Grüezi Herr Kuhr

seit einiger Zeit erhalte ich Ihre Mails zu Humanistischen Themen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich die holistische Sicht, die Klarheit und Komplexität Ihrer Schreiben herzlich verdanken. Leider ist es mir aus Zeitgründen (eine Volkskrankheit) nicht möglich alle Ihrer Empfehlungen zu lesen und richtig zu "verdauen" (vermutlich bekäme ich auch Magenkrämpfe vom globalen Wahnsinn der passiert).
(...)
Mit lieben Grüssen, herzlichem Dank und meinen tiefen Respekt für Ihr Engagement

Pablo G. (CH) 09.04.03


Danke!
...

Anne-Marie T. 01.0223.03


Hallo Herr Kuhr,

zu Krieg und Geschäft:
Als ehemaliger Hauptmann der Bundeswehr weiß ich Folgendes zu berichten: Wenn die Bundeswehr zu humanitären Einsätzen von der UNO eingesetzt wird, dann stellt die Bundesregierung der UNO anschließend die Kosten in Rechnung. Aus dem Topf der UNO fließen dann die Gelder jedoch nicht in den Etat der Bundeswehr zurück sondern in den des Finanzministers, der keinerlei Verpflichtung hat den durch den Einsatz verminderten Etat der Bundeswehr wieder auszugleichen.Wenn der Einsatz unter der NATO stattfindet, verhält es sich sinngemäß genauso.

Die Bundeswehr hat z.B. der Türkei in den 90er Jahren KPz LEOPARD 1 geliefert, die veraltete Zieleinrichtungen und schwächere Panzerung hatten. So werden in jedem Krieg zuerst die veralteten Kriegsgeräte "verheizt". Man kann dann gegenüber der höheren Führung argumentieren, daß z.B. die Anzahl der Kampfpanzer gesunken und so und so viel Munition verbraucht worden ist. Damit kann man bewirken, daß wieder neue Panzer und neue Munition beschafft wird: Es ergehen Aufträge an die Rüstungsindustrie.

Bisher war es so, daß an allen internationalen Kriegen die USA maßgeblich beteiligt war. Sie "verheizen" ihr altes Material und stellen es dann der UNO oder der NATO in Rechnung. Darum ist es auch so, daß die USA immer nur mit UNO- oder NATO-Mandat Kriege führt, weil man den Krieg dann nicht selbst bezahlen muß. Anschließend ergehen dann von dem "Erlös" Aufträge an die Rüstungsindustrie, die die Wirtschaft der eigenen Nation wiederbelebt. Diese Vorgehensweise ist eine Art "Export", der in der Ökonomie eine Ursache für Konjunktur ist bzw. für Rezessionsbekämpfung genutzt werden kann. Darum hat auch Deutschland ein latentes Interesse daran sich an internationalen Einsätzen zu beteiligen: Man bekommt Geld zurück, kann die Rüstungsindustrie mit Aufträgen versorgen, braucht keine Angst mehr zu haben, daß das Haltbarkeitsdatum von Munition überschritten wird (und dann teuer entsorgt werden muß) und kann den ganzen Kriegsgerätepark auf neueren Stand bringen.

Berufen Sie sich jedoch nicht auf mich, weil ich als ehemaliger Hauptmann auch nach meinem Ausscheiden verpflichtet bin über dienstliche Angelegenheiten zu schweigen und andernfalls belangt werden kann.

Mit lieben Grüßen

Ingo X. 24.02.03


Sehr geehrter Herr Kuhr,

vielen dank für Ihr Infos, welche für mich sehr wertvoll sind.
...

Mit freundlichen Grüßen

Erich T. 22.02.03


Schön, daß Sie wieder auf Sendung sind.

Beste Grüße

Armin S. 21.02.03


sehr geehrter herr kuhr,

vielen dank für ihre mail. ich habe mir den wdr film gleich angeschaut.
...

Mit freundlichen Gruessen

Prof. Dr. Michael S. 21.02.03


Lieber Herr Kuhr,

Ihr letzter Rundbrief war wieder einmal hervorragend. Sie sprechen mir aus dem Herzen.

Darum auch herzliche Grüsse

Ihr

Joachim L. 20.02.03


Bravo!
...

Beste Grüße

Helmut R. 20.02.03


Lieber Rudolf Kuhr,

das ist eine wahrhaftig gute und wichtige Information, vielen Dank!
...

Viele Grüße, dein/Ihr Henning L. 16.02.03


zur Ausgabe Ostern 2002 - Erneuerung von Natur und Menschlichkeit


Sehr geehrter Herr Kuhr

Herzlichen Dank für Ihren Oster-Gruß. Bei dieser Weltlage ist es gut, Ihre Stimme zu hören. Ich habe Ihren Info-Brief von Zeit zu Zeit gerne weitergegeben. Im letzten Jahr wurde daraufhin Ihr nach dem 11. September erschienener Rundbrief ausschnittweise in der oberösterreichischen Literaturzeitschrift AROVA abgedruckt.

Ich habe auch die Stimmen gelesen, die Sie kritisieren. Auf der einen Seite haben Sie recht, wenn Sie zitieren, dass unsere Kritiker unsere Freunde sind, weil sie uns auf Fehler aufmerksam machen. Auf der anderen Seite ist vieles bei diesen Kritiken nicht gerade verständnisvoll.

Wer sich zeigt, wird angegriffen. Gott sei Dank, dass es Menschen wie Sie gibt, die sich zeigen.

Mit freundlichen Grüßen

Werner L. 12.04.02


Schön, daß Sie wieder da sind.

Frohe Ostern und viele schöne bunte Eier

wünscht Ihnen

Armin S. 28.03.02


Sehr geehrter Herr Kuhr,

besten Dank für ihre Worte, die in der Tat die Krise der Gesellschaft und Erfordernisse
an eine humane Zukunftsgestaltung in einem ganz wesentlichen Punkt treffen.

Beste Grüße

Walter T. 26.03.02


Lieber Herr Rudolf Kuhr,

schön das man wieder etwas von Ihnen hört.
...

Ich wünsche Ihnen alles Gute

Konrad E. 22.03.02


zur Ausgabe Dezember 2001 - Weihnachten - Letzte Ausgabe


Hallo Rudolf,

ich sage nur SCHADE.

Gruss Heinz H. 31.03.02


Sehr geehrter Herr Kuhr,

seit Jahren lese ich Ihre Beiträge gerne und stimme Ihnen durchweg zu. Ich habe längst nicht alles gelesen, für eine Einschätzung genügt es aber. Nun wollen Sie sich zurückziehen, das ist mit Ihrer Begründung verständlich und natürlich allein Ihre Entscheidung.

Mir geht es immer wieder ganz ähnlich. Ich frage mich immer wieder, wie richtig das ist, was ich tu und ob es überhaupt hilft, etwas zu tun. Wie oft schon wollte ich wütend oder enttäuscht das Handtuch werfen und mich den Hobbies zuwenden. Bis heute tat ich es nicht, ich habe immer wieder Hoffnung geschöpft, weil ich nicht allein stehe mit meinen Gedanken und Versuchen. Es ist wohl dieselbe Idee, die uns umtreibt, Sie und mich und viele aber viel zu wenige.

Ich sehe mich eingebunden in diese Welt, in das Leben, und ich fühle mich zu meinem Teil mitverantwortlich. Ich weiche nicht aus, indem ich etwa den unerfindlichen Willen von Gottheiten vorschiebe. Ich möchte wenigstens einen kleinen Teil meiner eigenen Fähigkeiten einsetzen für die Vielfalt des Lebens auf der Erde, für Gerechtigkeit, Freiheit, Menschlichkeit, ... , nach bestem möglichst aktuellem Wissen und mit einem Gewissen, das sich an humanistischen Werten und an der realen Welt orientiert, trotz vieler Unzulänglichkeiten.

Das ungefähr ist es, denke ich, auch bei Ihnen. Sie haben vorwiegend Inhaltliches aufgeschrieben und publiziert - und ich habe die vorwiegend organisatorische Leitung der rund 100 Freien Humanisten hier im Ort übernommen. Beides ist dringend nötig: sowohl eine möglichst große wachsende Gruppe Menschen, die ihre Zustimmung in Mitgliedschaften münden lässt und damit endlich bald ein politisches Gewicht bildet, als auch eine inhaltliche Begleitung unserer Gesellschaft, die ehrlich informiert, zurechtrückt, aufklärt, Ziele setzt, Toleranz und Verständnis weckt, persönliche und gesellschaftliche Entwicklung vorantreibt.

Jeder für sich allein ist damit überfordert. Von der nie fertigen Arbeit bis zum Verdauen der unterschwellig zermürbenden Kritik dialektisch geschulter Kleriker. Nicht zu vergessen das geringe Echo in der Öffentlichkeit. Es ist auch traurig zu sehen, wie programmiert eingeschränkt viele Menschen einerseits sind und wie gleichgültig die meisten anderen und wie wenige sich beteiligen, aktiv oder konsumtiv. Das ist nun mal so und man muss es einbeziehen.

Über all das würde ich gerne einmal mit Ihnen sprechen. Wenn Sie mögen, rufen Sie mich doch bitte einfach an, ich rufe zurück.

Mit freundlichem Gruß

Reinhard C. 29.01.02


Lieber Herr Kuhr

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist diese Ausgabe des humanistischen Infodienstes nicht nur die letzte des Jahres, sondern die allerletzte überhaupt. Als Herausgeber einer alternativen Zeitschrift (seit zehn Jahren) kann ich sehr gut verstehen, wie man sich in dieser Situation fühlt. Sie hören ja nicht deshalb auf, weil das Echo überwältigend war. Ich habe Ihren Infodienst geschätzt und habe Ihre Website bei fast bei jeder Ausgabe auch besucht, obwohl ich eigentlich kein Surfer bin.

Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute und wünsche Ihnen Raum für neue Inspirationen.

Ganz herzlich

Christoph R., Herausgeber (Zeitschrift) 02.01.02


Auch Ihnen ein wunderschönes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Neues Jahr.

Mit großem Interesse habe Ihre Texte verfolgt. Ihre Entscheidung, diesen
Informationsdienst nicht weiter zu führen, bedaure ich sehr und möchte Sie
wirklich bitten, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Es wäre - in meinen Augen - wirklich ein großer Verlust.

Es grüßt herzlichst

Lydia F. 21.12.01


Lieber Rudolf Kuhr

Herzlichen Dank für Deine Mühe die Du Dir die letzten zwei Jahre mit dem Humanistischen Informationsdienst gemacht hast. Ich hatte gerade geplant den Humanistischen Informationsdienst direkt auf unsere Webseiten in der Rubrik "Zeitgeschehen" koninuierlich zu veröffentlichen.

Falls Du Interesse hast, mit Unterstützung, diesen Dienst weiterzuführen könnte ich in unseren Kreisen anfragen, ob jemand Dir zur Seite stehen will.

Mir hat Deine Arbeit und Deine Mühe sehr gut gefallen. Meine zeitlichen Kapazitäten reichen leider nicht aus, um auch noch in diesem Bereich aktiv zu sein.

Für Deinen weitren Lebensweg wünsche ich Dir viele Kraft, Gesundheit und gute Einsicht.

Herzlichen Dank

Hans-Bernd F. 18.12.01


Lieber Herr Kuhr,

nachdem ich Ihre letzte Netzmitteilung und auch die persönliche Seite gelesen habe, möchte ich Ihnen zu der Beharrlichkeit über Jahre gratulieren, Ihnen persönlich alles Gute wünschen und Ihnen sagen, wie sehr mich der Ton, in dem Ihre Mitteilungen abgefaßt waren, die Offenheit nach innen und außen, die Überzeugtheit , es so und nicht anders vertreten zu müssen, immer wieder angesprochen haben. Das Bedauern, mit der eigenen Sache allein dazustehen, übersieht, daß es für viele Menschen heute, die sich engagieren, nicht anders ist und dass sie deshalb dennoch eine unterschwellige, in die Zukunft weisende Kommunikation über das sich selbst verantwortende Menschsein verbindet.

Die gewaltige Konkurrenz unter den Sinnangeboten kann im übrigen nicht darüber hinwegtäuschen, daß nur wenige davon für das Miteinander von morgen in einer globalisierten Welt gewappnet und hilfreich sind .Nur wenige sprechen eine Sprache, die das den Kulturen von ihrer Humanität her Gemeinsame sucht und sich um Wege bemüht, um das Trennende zu überwinden. Neben den überlieferten Formen wird es neue oder gewandelte geben müssen, die an der Gerechtigkeit, Solidarität und den Lebensrechten aller sich orientieren, der Gewalt absagen und ihre Macht nicht nur vor der eigenen Klientel verantworten.

Ich würde mich freuen, weiter von Ihnen zu hören und wünschen Ihnen und den Ihnen Nahestehenden persönlich alles Gute zur Jahreswende

Es grüßt

Kurt I. 18.12.01


Hallo Rudolf,

Mit großem Bedauern - trotz erfolgter Voranmeldung - muss ich zur Kenntnis nehmen, dass Dein Infodienst bis auf weiteres eingestellt wird; auch mit der Hoffnung eine ebenso menschliche Seele wie Du wird dieses Projekt weiterbetreiben.

Deine persönliche Erklärung (Persönliches) auf Deiner Internetseite hilft mir zwar zu verstehen, wie es Dir derzeit geht, kann aber nicht dazu beitragen die Traurigkeit in mir völlig verschwinden zu lassen. Zumal wir uns noch nicht sooo lange persönlich kennen, fällt es mir schwer auf diese Art von Unterstützung - welche Du mir durch die stets nachdenklich stimmenden Infobriefe gegeben hast - vorerst zu verzichten.

Als noch junge Seele in dieser oft eingefahrenen Welt finde ich mich immer wieder mit Gegensätzlichkeiten konfrontiert. Der Wunsch meinen Neigungen und Fähigkeiten freien Lauf zu lassen und der damit zusammenhängende Gang in die Selbstständigkeit ist für mich momentan ein harter Weg, der weder eine gesicherte berufliche noch finanzielle Zukunft erkennen läßt. Mein Halt in dieser Hinsicht ist die Hoffnung... Hoffen auf meine Fähigkeiten, auf mein Glück und dass es schon klappen wird. Erste große Erfolge stimmen mich diesbezüglich sehr optimistisch.

Dennoch:

Der Gang in die Selbständigkeit bedeutet in unserer Gesellschaft auch immer der zwangsläufige Hang zur Ökonomie. Wer, wenn nicht Du, wüßte besser, dass aber gerade dieser Hang zur (entfesselten) Ökonomie in unserer Gesellschaft schwere Folgen hat und ein sehr schwer wieder herzustellendes Gleichgewicht auflöst. Eine Situation, welche sehr schwer zu meistern für mich ist.

Günter S. hat es vor kurzem sehr prägnant ausgedrückt: In meinem Herzen schlagen derzeit zwei Herzen. Eines für den Kapitalismus, von dem derzeit meine Existenz abhängt. Eines für ein humanistisch geprägtes Menschenbild, dem unser Verein durch breite Aufklärungsarbeit zu mehr Achtung und Anerkennung verhelfen möchten.

Ein starker Zwiespalt und eine große Zerreißprobe mitunter, die sich innerlich in mir befindet. Ich vermag diese "Klippen" derzeit sehr gut zu umschiffen, indem ich mich einmische, informiere, diskutiere. Gedanken mit kritischen Anmerkungen zum Zeitgeschehen und zur Gesellschaft helfen mir auch das "humanistische" Herz in meiner Brust schlagen zu lassen. Es hilft mir immer wieder (täglich) mich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren - auch wenn ich in meinem sozialen Umfeld mit diesen Gedanken eigentlich recht allein bin und Alltagssorgen (oft Nichtigkeiten, die nichtmal den Begriff Sorgen verdient haben) überhand zu nehmen drohen.

Dein Infobrief ist in dieser Hinsicht für mich ein Leitfaden. Ein Licht, welches mir signalisiert: Dort hinten gibt es Menschen wie Du und ich, die Ideale träumen und auch immer wieder verkörpern. Kontakte wie der Deine haben entschieden dazu beigetragen, dass ich den Mut nicht verloren habe und heute in der Lage bin stärker im Leben zu stehen, als ich es bisher tat. Den Mut aufzubringen, eine Beziehung einzugehen. Den Mut aufzubringen, dieses Leben (weiter) zu leben. Es fällt mir schwer, durch Sätze wie in Deinem "Persönliches" herauszuhören, dass ein Stückchen Unterstützung wegfallen wird.

Ich lerne auch in diesen Dingen auf eigenen Beinen zu stehen, bin sicherlich in der Lage auch ohne Deinen Infobrief "erwachsen" zu werden. Lasse aber ungern los, weil es weh tut, weil Trennung schmerzhaft ist. Die Hoffnung bleibt! Und Dir gebührt ein wesentlicher Ehrenplatz in meiner persönlichen "Hall of fame" derer, die mir Hoffnung, Einsicht und Unterstützung gegeben haben.

In keinster Weise möchte ich Dich aber von Deiner Entscheidung abbringen, Deine Kräfte in nächster Zeit mehr auf Deine Person zu konzentrieren. Im ganzen Weltgeschehen gehört es mitunter zur größten Straftat an der Menschlichkeit, dass man sich selber am wenigsten beachtet. Deshalb kann ich Deine Entscheidung verstehen.

Da im Frühjahr bekanntlich das Leben anfängt neu zu keimen und in dieser Hinsicht oft neuer Platz auch für neue Ideen vorhanden ist, möchte ich Dich bitten, mir bei Gelegenheit Deine Adresse mit evtl. Wegbeschreibung (in München) zukommen zu lassen. Falls Du nichts einzuwenden hast, würde ich für das kommende Frühjahr einmal wieder nach München kommen und einige Personen besuchen, die mir als wesentliche Meilensteine in meinem noch jungen Leben dienen. Wie gesagt... wenn Du einverstanden bist.

Grüsse in den Süden Deutschlands, geruhsame Festtage und einen gesunden Übergang ins Neue Jahr!

Carsten L. 17.12.01


Guten Tag, Herr Rudolf Kuhr

vielen Dank für die schöne und aufschlußreiche Arbeit der letzten Jahre. Ich bin immer ein guter Leser gewesen und freue mich über jeden, der Initiativen dieser Art in die Welt bringt. Toll, eine gute Leistung. Ich selbst hab noch einige (aktive) Jahre vor mir (50). Hab nicht ganz den hohen Anspruch, humanistisch zu sein... aber bin ähnlich veranlagt, wie Sie/Du.
...
Vielleicht gibt es eine Gelegenheit, daß wir uns irgendwie zusammentun...

mit freundlichen Grüßen

Reinhold L. 16.12.01


Sehr geehrter Herr Kuhr,

nur zu gut kann ich Ihre persoenlichen Ausfuehrungen, auch die auf Ihrer Page nachvollziehen.
...
Ich kann verstehen, wenn Sie sich jetzt zurückziehen wollen, bedauere es aber doch, denn Ihre zahlreichen Texte sind Zeugnisse
von seltenem Mut zur Wahrheit.

Sollte sich ein Nachfolger finden, der die Page uebernimmt, werde ich gerne auch den Link auf meiner Seite aktualisieren.

Ich wuensche Ihnen angenehme Feiertage, ein gutes Neues Jahr und alles Gute fuer die Zukunft.

Freundliche Gruesse

Reinhard X. 15.12.01


Trauer über den Abschied

Verehrter Rudolf Kuhr,

dem Info-Dienst haben wir entnommen, daß Sie Abschied nehmen wollen von Ihrer segensreichen Arbeit - und wir haben Verständnis dafür, obwohl es uns sehr leid tut.

Wie schon geschildert, haben wir ein Forum eröffnet, in dem über Lebensfragen nachgedacht und diskutiert wird. Da Sie Ihre Texte freigegeben haben, werden wir dankbar immer wieder aus dem reichen Schatz Ihres Fundus' schöpfen und laden Sie noch einmal ein, uns in unserem Forum zu besuchen und Ihre Gedanken dort - ohne viel Aufwand - mit uns zu erörtern, falls Sie Lust und Muße haben.

Es läßt sich ja ein so aktiver Geist wie der Ihre nicht einfach abschalten.

Für all Ihre gegenwärtigen und künftigen Vorhaben wünschen wir gutes Gelingen.

Mit herzlichen Grüßen,

Dominique E. und Freunde 14.12.01


Lieber Herr Kuhr,

schade, daß Sie Schluß machen, aber verständlich.
Ich will nicht versäumen, Dank zu sagen für Ihre vorbildliche Arbeit.
Ich hoffe, es geht Ihnen gut und wünsche für die Julzeit und Ihre Zukunft alles Gute,
in geistiger Verbundenheit,

beste Grüße

Ihr

Bernd C. 13.12.01


Lieber Rudolf Kuhr,

... Ich fände es sehr bedauerlich, wenn Ihre Verantwortung in einer Zeit endet, die Leute wie Sie braucht. Ich für meine Person bin froh, jemanden zu kennen, der in diesem Sinn denkt und auch - nach eigener Vorgabe (Buch S.12) - handelt. Darum mein Appell an Sie: Handeln Sie bitte weiter in diesem Sinn! Seien Sie meiner Mitarbeit gewiß, aber handeln Sie weiter! Ich werde im Lauf der nächsten Wochen einige Texte bereitstellen, ...

Mit allerbesten Grüßen

Ihr

Markus W. (A) 13.12.01


Lieber Rudolf Kuhr,

ich danke Ihnen sehr für diesen wunderschönen Text, der das Umfassende zum Ausdruck bringt, von dem wir umgeben und gehalten sind.

Dass sie Ihre Tätigkeit bezüglich des Informationsdienstes nun beenden, ist Verlust und Gewinn gleichzeitig. Verlust für die von uns, die durch diese Texte so oft inspiriert und angestoßen wurden. Gewinn wohl auch für Sie, der Sie sich nun wohl auf andere, neue Dinge einlassen werden.

Wie auch immer, unsere Kontaktmöglichkeit wird bleiben.

Verbundene Grüße an Sie und Ihre Lebensgefährtin

Ernst D. 13.12.01


zur Ausgabe November 2001 - Deutschland ist jetzt erwachsen


Lieber Herr Kuhr,

ist ja schade, daß Sie Ihren Infobrief einstellen werden. Dennoch weiterhin viel Freude und Erfolg bei Ihrer Arbeit.

Wolfram von C. 02.12.01


Lieber Rudolf Kuhr,

ich habe Sie stets bewundert für diese ungeheure Leistung, die Sie vollbracht haben. Bedauern muß ich, wenn jetzt Schluß ist.

Auf jeden Fall: danke! Und: alles Gute.

Herbert T. 01.12.01


Lieber Rudolf,

Mit Deinem Text sprichst Du mir aus dem Herzen. Du hast viel von Dir gegeben um uns Mitmenschen zur Innenschau zu veranlassen. Hab Dank dafür dass Du nicht schweigst zum Weltgeschehen. Ich weise in meinem Bekanntenkreis immer wieder auf Deine Homepage hin, es gibt da viele wertvolle Hinweise und Perlen gelebter Weisheit.
...

Willi, (CH) 29.11.01


Hallo Rolf,

gewiß, es gibt gewisse Dinge an Amerikanern. Man kann ihnen eine gewisse Naivität nicht absprechen. Nun - wer ist hier schon anders? Man kann Gefahren oder Bedenken hier auch unterschätzen. In der Tat - wäre es nach mir gegangen, hätte ein Islam in Europa nie auch einen Eingang denn gefunden. Ein Islam besteht nun mal aus einer Aggressivität, gepaart mit Faulheit - und nichts anderem.

Ein Islam hätte ja ebenso die Dampfmaschine erfinden können - oder ferne, fremde Kontinente auch entdecken können. Einem Islam entspringt auch also nichts - was eine Kultur habe voran treiben können. Moslime sind also kaum mehr als Nutznießer - auch wenn sie sich zehnmal auf eine Ethik denn berufen.

Das muß man bei allen Idealen nun mal sehen. Selbst eine Antike war hier weiter. Die See- und Handelswege von den britischen Inseln durch das Mittelmeer über die Drehscheibe eines Sinai bis hin zu dem Indischem Ozean oder zu einer Anbindung an Südchina waren hier bekannt. Rom hatte Handelshäfen an der gesamten indischen Küste.

Man muß eine Antike oder eine Geschichte generell mal anders sehen. Sie umfächert großräumig - und das nur zu Pferde oder denn zu Fuß über schier unüberschaubare Räume. Und das - obwohl da immer nur bei einer relativ geringen Bevölkerungsdichte ein paar Handvoll Leute da zusammen waren.

Typischerweise umfassen diese Räume genau auch geographische oder geologische oder gar auch metereologische Grenzen - obwohl man überhaupt auch keine Abbilder über die Gegebenheiten da gehabt auch habe. Also Modelle oder Aufzeigbares - oder was man Wissenschaft auch heute nenne. Also so - daß man sagen könne, warum da was so ist.

Es habe also seine Gründe, warum sich geschichtliche oder kulturelle Räume so gebildet haben. Bedauernswert ist es lediglich - daß ein europäischer Liberalismus einem Islam nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu solchem Tür und Tor geöffnet habe. Nun - jetzt sind die Probleme nun mal da.

Daß auf der anderen Seite Amerikaner Landsleute bewußt ins Messer laufen lassen, um einen Kriegsgrund zu haben - das glaube ich nun nicht. Richtig und zutreffend ist - daß sie dies als Chance nutzen, ohne andere darum viel zu fragen, ob sie gegenüber einer uneingeschränkten Solidarität überhaupt da mitmachen wollen. Ein Islam ist nun mal für seine Probleme allein verantwortlich - und so sollte man die Probleme handhaben.

Ich sehe also keinen Sinn darin - wie es Dir anscheinend auf den Nägeln brenne - eine Menschheit nun zu retten. Oder gar nach einem Menschenbilde gar hier zu verlangen. Wenn Du nicht zuschauen kannst - dann mach das Fernsehen aus. Zu einer Hinrichtung würdest Du ja auch nicht hingehen - selbst wenn man Dir eine Eintrittskarte gratis schenke.

Es gibt nun mal keinen Rechtsanspruch darauf - daß man nur die Bilder bekomme, die einem selbst gefielen. Auch wenn man seine Rundfunk- oder Fernsehgebühren bereits bezahlt hier habe. Die einen nennen das Betrug oder Abzocke - vielleicht haben diese Recht damit.

Bedenke jedoch eine Ethik - eine Bibel. Wer gebe Dir da die Garantie - daß der Buchstabe und somit das Abbild dem Gegenstand entspreche. Daß also der Inhalt das auch halte - was die Verpackung da verspreche?

Ich hoffe - das reiche zum Erwachsenwerden!

Cabala 29.11.01


Lieber Herr Kuhr,

vielen herzlichen Dank für das Bereitstellen Ihres trefflichen Internetz-Standortes voller gehaltvoller, humanistisch orientierter Texte.

Gerade was Sie neuerdings über Terrorismus und die USA schreiben, ist nicht zuletzt auch Gedankengut vieler kritischer Menschen in den USA selbst, die aber offenbar zu schwach sind. Dieser Bush führt einen beispiellosen humanistischen Kahlschlag durch und zerstört, was viele Präsidenten vor ihm vorsichtig aufgebaut haben. Ich meine, daß die heutige US-Administration (nicht das Volk, aber es ist dieser offenbar fast völlig ausgeliefert) allmählich zur Gefahr für die ganze Welt und damit natürlich auch für ihr eigenes Volk wird.

Wir können nicht lange mehr derart blauäugig und rücksichtslos draufloswirtschaften.

Ich bedaure, daß Sie sich als Informant, Aufrüttler, Mahner und Demokrat in diesem Verteiler zurückziehen wollen. Ich hätte jedoch nicht die Kraft, Ihre Nachfolge anzutreten, denn die konkrete Arbeit an einem gleichgerichteten Informatik-Projekt ist für mich ungleich wichtiger. Ich denke nämlich, daß die Künstliche Intelligenz (nach meiner Definition) eine der wenigen Chancen ist, die wir Menschen noch haben, um den fatalen Konsequenzen aus geldgieriger Innovation, unreifem politischen System und vernachlässigter Ethik und Moral im mächtigsten Land der Welt noch zu entgehen.

Ich möchte nicht gern die Verbindung zu Ihnen verlieren. Bitte lesen Sie, was ich in einem meiner amateurphilosophischen Traktate (als "Word"-Dokument angehängt) geschrieben habe.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Klaus E. 28.11.01


da kann man nur sagen: KINDER AN DIE MACHT!!!

mit freundlichen Grüßen

Bernd N. 28.11.01


Lieber Rudolf Kuhr

Diesmal ein besonderes Dankeschön für Ihren Informationsdienst, der in der Auseinandersetzung mit dem "Krieg gegen den Terrorismus" einen besonderen Weitblick beweist.

Ich kenne eine Reihe von Menschen, die ähnlich denken, und so können wir sicher sein, dass der Boden für etwas Anderes als den Filz aus Werbung und Fundamentalismus vorbereitet wird.

Ihr

Werner L.

Hallo alle (an 21 eMail-Adressen CH)

Dies ist ein Beitrag über den "Krieg gegen den Terrorismus", den ich sehr empfehlen kann. Abgesehen vom Hauptartikel von Rudolf Kuhr hat mich besonders der Artikel der Inderin Arundhati Roy angesprochen.

Euer

Werner, (CH) 27.11.01


Lieber Herr Kuhr,

mein Erwachsenwerden in diesem Sinn brauchte einige Jahre - und es war der Uebergang von einer pazifistischen Ueberzeugung, von der mir langsam klar wurde, dass ich sie hatte, weil sie mein Gewissen beruhigte, zu einer Ueberlegung, was denn getan werden sollte, um wirksam etwa einem Krieg oder anderen grossen Verbrechen zu begegnen.

Als etwa 1938 der damalige Staatssekretaer im Auswaertigen Amt, von Weizsaecker, erfuhr, dass seine beiden Soehne (einer davon der spaetere Bundespraesident, der andere ein bekannter Physiker) aktiv gegen die Nazis agieren wollten, sagte er ihnen: "Ihr koennt gerne und leicht Maertyrer werden, aber dadurch rettet Ihr keinem einzigen Juden das Leben.". Was statt dessen erforderlich war, war heimlich Juden auszufinden und zu sehen, wie man denen geheim helfen konnte. Dadurch wurden die beiden "erwachsen".

Mein Weg fing im Juni 1934 an, als ich amtlich erfuhr, dass Deutschland einen grossen Krieg vorbereitete und dann sah, dass ich so tun musste, als haette ich nichts gehoert, weil anderfalls ich sofort im KZ gelandet waere, und wurde wirksam, als im Jahre 1936 die verbrecherische Abruestungskonferenz in Genf statt fand - verbrecherisch, weil die dort agierenden Vertreter von vielen Laendern nicht "erwachsen" waren, sondern dem guten Gewissen ihrer Laender dienten, indem sie die Abruestung forderten und so Hitler's Krieg moeglich machten.

Nach Goethe kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem boesen Nachbarn nicht gefaellt - und zum Erwachsensein gehoert es, dass man erkennt, dass es solche boesen Nachbarn geben kann.

Ich gehe sogar soweit, zu sagen, zum Erwachsensein gehört auch, in ganzheitlicher Weise sich selber zu kontrollieren, damit man nicht selbst zu einem bösen Nachbarn wird.

Die christliche Religion wollte ja urspruenglich, dass die Welt sich auf den Zustand hin bewege, den Rudolf Kuhr befuerwortet. Die spaetere islamische Religion hat viele Richtungen, und viele davon lassen sich durch den Koran belegen, aber sie hat eben leider auch die Richtung, dass die Menschheit so leben solle, wie sie es - in ihrer Umgebung - im 7. Jahrhundert tat, und dass der Islam mit Feuer und Schwert auf die ganze Welt ausgedehnt werden soll.. Eine noch spaetere Religion, die heute von doch recht Vielen auch in Europa bekannt wird, ist die Baha.-i, in der es Gott gibt, aber keinen Teufel. - bewundernswert, nicht wahr, aber nicht "erwachsen", denn den Teufel gibt es halt.

Hier fühle ich mich mißverstanden, war ich bisher noch nicht deutlich genug in meinen Texten? Ich befürworte keineswegs ein Paradies, schon gar nicht mit einem Übervater. Im Gegenteil, mir geht es um Eigen- und Mitverantwortung und um eine realistische Weltsicht. Das bedeutet, daß beim wirklichen Erwachsensein nicht nur auf Teufel, sondern auch auf Gott verzichtet werden kann - und auch auf Atheismus, logischerweise. Das Böse an sich gibt es ebensowenig wie das Gute als solches. Erwachsensein bedeutet, das entsprechende Verhalten der Menschen und die Gründe dafür zu erkennen, anhand universaler ethischer Maßstäbe zu be- oder zu verurteilen.

Jeder hat das Gefuehl, dass durch dern 11. September 2001 die Welt eine andere geworden ist. Vor allem handelt es sich um die ploetzliche Erkenntnis, wie ungeheuer verwundbar unsere moderne Welt ist, und wie sehr wir, irrtuemlicherweise, wie sich nun herausstellte darauf vertraut hatten, dass ja Niemand so etwas Boeses wolle. Nur ein kleines Beispiel unter leider sehr sehr vielen: In Deutschland gibt es die sogenannte Energie-Schiene, eine Hochspannungsleitung mit, wenn ich mich recht erinnere, 660.000 Volt von Hechingen bei Stuttgart nahe an Frankfurt vorbei in dass Ruhrgebiet; sie erstreckt sich vielerorts ueber Waelder. Wenn man da einer einer oder mehreren Stellen eine recht kleine Bombe am Fusse eines Mastes entzuendet, so wird fast ganz Westdeutschland sofort lahmgelegt. Das kann man in ein paar Tagen reparieren, aber nun ist ploetzlich klar, wie verwundbar man ist und wie leicht aehnliches oder schlimmeres morgen oder uebermorgen geschehen kann, ohne dass man es verhindern kann. Die einzige "erwachsene" Hilfe ist, sofort -- sofort !! -- mit allen moeglichen Mitteln gegen die Urheber vorzugehen...

Richtig, aber dazu braucht es - im Gegensatz zu den Reaktionen der US-Regierenden - die angemessenen Mittel sowie den eindeutigen Nachweis der Urheberschaft, auch was deren eigene Anteile betrifft. Was nützte es, wenn ein Verdächtiger schnell umgebracht würde, außer der Genugtuung verhältnismäßig weniger Menschen einer christlich-abendländischen Zivilisation - zumal dadurch eher weitere Märtyrer angeregt würden.

Lieber Herr Kuhr, ich fuerchte, Sie schaden Ihrer Sache, wenn Sie Dinge vorbringen, wie "gebraucht haben soll" oder "allmaehlich durchsickernde Informationen" - und anscheinend sich nicht klar sind, dass es in allen diesen Dingen immer einen Haufen von bewussten "Deformationen" gibt. Manchmal kann man sie nach einiger Ueberlegung - zum Beispiel eines Nachdenkens ueber die Wahrscheinlichkeit, dass von den Vielen, die etwas gewusst habe muessten, keiner etwas verraet - doch in etwa erkennen, was stimmen kann und was nicht.

Meine Sache ist die Wahrhaftigkeit, nicht aus puristischem Idealismus, sondern aus der realen Erkenntnis, daß bewußte Desinformationen nachhaltig zu Deformation von Glaubhaftigkeit und Menschenwürde - bei letzterer auf beiden Seiten - führen. Hier liegen die tieferen Ursachen des Terrorismus. Die Formulierung "gebraucht haben soll" bedeutet hier, daß ich nichts behaupten will, was nicht offiziell anerkannt ist, was sich aber aufgrund des Sachverhaltes aufdrängt und auch von ernst zu nehmenden Menschen immer wieder dargelegt wird. Wenn kritische Äußerungen solcher Art zurückgehalten werden, auch wenn dies noch nicht nötig ist, dann ist dies einer lebendigen Demokratie eher abträglich. Die Formulierung "allmählich durchsickernde Informationen" ist eine treffende für die Art, wie diese nach dem Terroranschlag - von den Betreffenden eher behindert als gefördert - in die Öffentlichkeit gelangen.

Ganz etwas anderes: Wenn wir in Sueddeutschland reisen verbringen wir meistens einige Tage in Karlsruhe und einige Tage in Gruenwald suedlich von Muenchen. Ob wir im naechsten Jahr kommen, ist noch nicht sicher - aber wenn,: vielleicht koennten wir uns fuer ein paar Stunden treffen?

Gern!

Mit vielen Gruessen

Hans E., (USA) 26.11.01


 

Humanismus als ethische Orientierung ist bei konsequenter Anwendung ein ganzheitliches,
sich selbst regelndes Rückbindungs-System, es ermöglicht ein ausgewogenes und
menschenfreundliches Verhalten als Grundlage nachhaltigen Wohlstandes.

 
Über den Sinn des Informations-Dienstes  -  Ausgaben ab Januar 2000  -  Rückmeldungen bis Oktober 2001
 



 
Humanistische AKTION

11/2001
 
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Aktualisiert am 10.01.06